Die Informationsgesellschaft der Zukunft

 

Wie wird das 3. Jahrtausend die Gesellschaft durch den Einsatz von Informationssystemen veraendern ? Was sind die sozialen Auswirkungen und wie kann man sich darauf vorbereiten ? Das alles sind brennende Fragen sowohl fuer die Industrie wie auch fuer den einzelnen Menschen, dessen Arbeitsumgebung und Faehigkeitsanforderungen einer laufenden Anpassung unterliegen.
 
 

Eine Virtuelle Arbeitsgemeinschaft
Im Jahre 1998 wurde ein ehrgeiziges Projekt in Kooperation zwischen ISCN (ein europaeisches virtuelles Unternehmen als Zusammenschluss von Firmen aus 11 Laendern) und Hyperwave (ein Informationsmanagement System aus oesterreichischer Schmiede) mit Unterstuetzung der EU abgeschlossen, in dem ein virtuelles Buero aufgebaut wurde, damit verteilte Teams (ueber hunderte Kilometer) ueber eine gemeinsame Projektoberflaeche ko-operieren koennen, als ob Sie raeumlich an einem Ort sitzen. Das umfasst Administration, Kommunikation, Workflow, und Dokument - und Informationsmanagement, wie auch Security Mechanismen.

Dadurch werden Kooperationen ueber Grenzen hinweg ermoeglicht und momentan werden diese Technologien von grossen deutschen und skandinavischen Unternehmen getestet. Gerade in einer europaeischen Union, in der Mobilitaet ein wesentlicher Faktor ist, sind Reisen ein enormer Overhead, waehrend diese Technologien ein Kooperieren ohne diesen Overhead bedeutet. Andere ehrgeizige Ideen sind, Bangalore virtuell mit europaeischen Regionen durch so eine Platform zusammenzuschalten.
 
 

Die Technologie fuer den Normalbuerger
Bis jetzt scheint es, dass die Gesellschaft sich in 10% technische Spezialisten und 90% User, die als Nicht-Techniker sich laufend an die Technokratie anpassen muessen, entwickelt. Um eine andere Moeglichkeit zu testen, wurde auch ein neuer Entwicklungsansatz getestet, der durch "per Konfiguration" Systeme so konfigurierbar haltet, dass sich die Funktionalitaet und Oberflaeche eines Systems so einfach konfigurieren lassen, dass Normalbenutzer sich ihr System nicht codieren sondern zusammen-konfigurieren koennen.

Dieser Ansatz stellt zwar hoehere Anforderungen an die 10% Technik-Spezialisten, aber ermoeglicht den 90% Usern als Quasi-Techniker zu agieren. Somit wuerde sich die Technokratie sozialer gestalten und auch in einfachere Schichten durchdringen koennen.
 
 

Eine Virtuelle Universitaet
Die Bildungssysteme in Europa sind nicht vergleichbar und sehr konservativ aufgebaut. Man muss oertlich Vorlesungen besuchen, Pruefungen machen, die aber leider nicht laenderuebergreifend vergleichbar sind. Ausserdem sind die Chancen zur Weiterbildung fuer Arbeiter, die vielleicht kein Geld trotz Begabung haben, sehr gering.

Die Universitaet 3000 wird anders aussehen. Hier gibt es ein Pilotprojekt des 5. Rahmenprogrammes , das unter Leitung eines Psychologenteams aus Amsterdam und Mitwirkung von technischen Spezialisten (auch ISCN ist Partner) eine elektronische Universitaet 3000 als Pilotprojekt aufbaut.

Jeder hat Zuriff ueber das Web, kann Kurse besuchen, Pruefungen machen, und Beratungen bekommen. Das ganze wird wieder ueber ein "konfigurierbares" elektronisches System gesteuert und wird nicht nur den 10 % Spezialisten sondern allen die Mittel der Weiterbildung bieten.
 
 

Virtuelle Meetings
Fuenf Jahre zurueck waren Videotechnologien sehr teuer und nur von Grossunternehmen leistbar. In einem Projekt in Kooperation mit Partnern aus 10 Laendern wurden Videotechnologien getestet, Workshops durchgefuehrt, und ein Low Preis Modell als Guideline entwickelt.

Hat jemand heute einen PC und Internet, so ist Video Conferencing nur mehr eine Frage von zwischen 4.000,- bis 14.000,- oeS Anschaffungskosten.
 
 

Ein Einblick in das 3. Jahrtausend
Derzeit arbeiten Forscher in den USA an der Beobachtung von Photonen und haben festgestellt, dass jedes Photon ueber Lichtjahre hinweg einen gespiegelten Partner hat (umgekehrter Drive), und aendert man das Bruderphoton, so aendert sich der Drive des Schwesterphotons spiegelgleich in Echtzeit.

Es ist zu erwarten dass im 21. Jahrhundert Lichtspeicher mit Photonen gebaut werden, die spiegelgleiche Speicher ueber Lichtjahre hinweg besitzen koennen, die sich in Echtzeit anpassen lassen (ohne Bindung an die Lichtgeschwindigkeit).

Implementiert man diese Speicher in Systemen wie oben beschrieben, koennen verschiedene Planeten (auch ueber Lichtjahre entfernt) in Echtzeit virtuell kooperieren.
 
 

Veranstaltungen
EuroSPI 1998 - European Software Process Improvement Conference (in englischer Sprache)

16.11. - 18.11.98, Goetheborg, Schweden
 

EuroSPI ist eine Initiative der groessten Forschungszentren Skandinaviens in Kooperation mit ISCN, um Konferenzen mit Beitraegen fuehrender Elektronikkonzerne (Alcatel, Bosch, Ericsson, Motorola, NEC, Nokia, Siemens etc.) und mittlerer Software Haeuser (im Rahmen von der EU unterstuetzten Aktivitaeten des ESSI - European Systems and Software Initiative - Programmes) zu veranstalten.

Dieses Jahr gibt es Beitraege zur Entwicklung der virtuellen Bueros, speziell von NEC Corporation (Japan) und ISCN in Kooperation mit Hyperwave.

Weitere Informationen finden Sie bei http://www.bigfoot.com/~EuroSPI oder per email bei office@iscn.ie.
 

IST98 / EPIC Highlights Workshop (internationale Beitraege in Englisch, lokale Beitraege in Deutsch)

3.12.98, Wien, in Kooperation mit APS (Graz) und Danube (Wien)

 

EPIC ist eine Initiative von Partnern aus 10 verschiedenen Laendern unter der Leitung des italienischen Internet Spezialisten "Onion" und mit der Unterstuetzung der EU. EPIC testet Videokonferenztechnologien und verwendet Bild- und Tonuebertragungen, sowie synchronisierte Informationsuebertragungen um Workshops zu verschiedenen Themen bezueglich "Software Process Improvement (SPI)" zu veranstalten. SPI richtet sich an alle Unternehmen, die die Wettbewerbsfaehigkeit der Software Entwicklung steigern wollen, indem die Entwicklungsprozesse und die dafuer benoetigte Infrastruktur optimiert werden.

Zwischen 1997 und Ende 1998 wurden 10 Workshops veranstaltet, die jeweils mit verschiedenen Laendern verbunden wurden. Der EPIC Highlights Workshop findet als "Postconference Event" der IST98 Konferenz statt, und verbindet Wien mit 3 anderen Laendern Europas.

Die Teilnahme ist kostenlos und alle Teilnehmer werden kostenlos zu einem Business Lunch eingeladen.

Weitere Informationen finden Sie bei http://epic.onion.it oder per email bei Dr Jorgen Boegh (jb@delta.dk), oder lokal bei Mag. Bruno Woeran (bwoeran@danube.or.at).

 

PICO Workshop ueber Zielanalyse (in Deutsch)

4.12.98, Wien, in Kooperation mit APS (Graz) und Danube (Wien)

 

PICO (Process Improvement Combined apprOach) ist eine Initiative, an der sich 30 Experten aus 11 verschiedenen Laendern beteiligten, um Trainingsmaterialien zum Thema SPI zu entwickeln. Der angebotene Workshop konzentriert sich auf "Zielanalyse" und praesentiert Industrieerfahrungen und Beispiele, wie in europaeischen Unternehmen Ziele analysiert, bewertet, strukturiert, und deren Erreichen bemessen werden.

Der Workshop richtet sich an ein Fachpublikum als Vertiefung des EPIC Highlights Event, und adressiert besonders Qualitaetsmanager, Abteilungsleiter, und Projektleiter.

Die Teilnahme kostet 2.800- oeS fuer ein eintaegiges Training inklusive Materialien, Erfrischungen, Mittagessen.

Weitere Informationen finden Sie bei http://www.iscn.ie/projects/pico oder per email bei posch@aps.tu-graz.ac.at .

 
Der Autor, Dr Richard Messnarz (rmess@iscn.ie) , ist seit 8 Jahren in europaeischen Projekten taetig, ist technischer Direktor von ISCN, Koordinator der PICO und EuroSPI Initiative, und Koordinator der Software Engineering Gruppe im Pilotprojekt das sich mit der Jahr 3000 Universitaet beschaeftigt.